Frau mit Verdauungsprobleme hält sich den Bauch

Verdauung in den Wechseljahren

„Ich fühle mich mal wieder so richtig aufgedunsen.“ Millionen von Frauen kennen dieses Gefühl. Viele sind einmal im Monat während der Periode selbst davon betroffen. Grund dafür sind natürliche Schwankungen im Hormonhaushalt. Mit dem Beginn der Wechseljahre nehmen diese Schwankungen oft zu und verändern sich. Probleme wie Blähungen, Blähbauch und Verstopfung sind nicht selten die Folge.

Gut zu wissen: Von Verdauungsproblemen sind Frauen doppelt so häufig betroffen wie Männer. Das ist durch zahlreiche weltweite Studien belegt. Sie haben eine Prädisposition für funktionelle Bauchbeschwerden, die sich durch Blähungen, Völlegefühl, Bauchkrämpfe, und Verstopfung äußern können. Bei Männern sind die Symptome unterschiedlich, so eine Meta-Analyse von 22 Studien, und äußern sich eher durch häufigeren Stuhlgang und Durchfall.

Hormonelle Ursachen von Verdauungsbeschwerden

Zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr kommen die meisten Frauen in die Wechseljahre bzw. in die Menopause. Während dieser Zeit sinkt der Östrogenspiegel, wodurch verschiedene Symptome hervorgerufen werden können. Typisch sind Hitzewallungen, dünner werdendes Haar, trockene Haut und Schleimhaut, eine erhöhte Reizbarkeit. Durch einen sinkenden Östrogen-Spiegel können Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Zudem kann sich der Stoffwechsel verändern, viele Frauen nehmen in dieser Lebensphase zu. In der Zeit um die Menopause ist es daher besonders wichtig, auf eine ausgewogene und darmfreundliche Ernährung zu achten. Ausreichend Obst und Gemüse, Vollkornprodukte sowie hochwertiges Eiweiß sollten täglich auf Ihrem Speiseplan stehen.

Frau liegt mit geschlossenen Augen auf der Couch und hält sich am Bauch

Wie hängen Östrogen und Verdauung zusammen?

Der weibliche Östrogenspiegel hat einen signifikanten Einfluss auf den Cortisolspiegel und beeinflusst die Regulation des Stresshormons. Bildet sich im Zuge der Wechseljahre weniger Östrogen, bleibt das nicht folgenlos: Der Cortisolspiegel gerät aus dem Takt. Ohne den Einfluss des Östrogens kann zudem leichter Adrenalin im Körper ausgeschüttet werden. Erhöhte Adrenalinwerte schalten die Verdauungsfunktion ab. Und wenn das Verdauungssystem nicht optimal arbeitet, können zahlreiche Beschwerden entstehen. Ein insgesamt verlangsamter Verdauungsprozess führt dann schnell zu Darmträgheit, Blähungen und Verstopfung.

Welche Rolle spielt Progesteron bei der Verdauung?

Progesteron wirkt muskelentspannend. Das führt dazu, dass sich auch die Darmbewegung verlangsamt. Der Speisebrei bleibt dadurch länger im Darm, was häufig zu Verdauungsproblemen wie Verstopfung, Blähungen oder einem Blähbauch führt.

Typische Verdauungsbeschwerden in den Wechseljahren

  • Blähungen: Hormonelle Schwankungen können die Darmflora verändern und zu vermehrter Gasbildung führen.
  • Blähbauch: Ein aufgeblähter Bauch entsteht oft durch eine verlangsamte Verdauung und Wassereinlagerungen infolge hormoneller Umstellungen.
  • Verstopfung: Sinkende Östrogen- und steigende Progesteronspiegel können die Darmtätigkeit verlangsamen.
  • Durchfall: Ein unausgeglichener Hormonhaushalt kann die Darmbewegung beschleunigen und Durchfall verursachen.
  • Bauchkrämpfe: Hormonelle Veränderungen und eine gestörte Darmtätigkeit können zu schmerzhaften Bauchkrämpfen führen.

Was hilft gegen Verdauungsbeschwerden in den Wechseljahren?

Sinkende Östrogen- und Progesteronspiegel beeinflussen die Darmtätigkeit und führen häufig zu Verdauungsbeschwerden in den Wechseljahren. Achten Sie deshalb auf eine darmfreundliche Ernährung, um den Magen-Darm-Trakt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Hilfreiche Maßnahmen auf einen Blick:

Tipps gegen Verdauungsprobleme in den Wechseljahren: 

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung fördert die Verdauung.

Nehmen Sie sich Zeit: Vermeiden Sie Zeitdruck, Hektik und Problemgespräche beim Essen.

Regelmäßige Bewegung regt die Darmtätigkeit an und steigert das Wohlbefinden.

Wärme wirkt angenehm und beruhigend auf den Darm, vor allem bei Beschwerden wie Durchfall.

Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, um einem Flüssigkeitsmangel vorzubeugen

Was hilft bei einem Blähbauch in den Wechseljahren?

Ein Östrogenmangel kann Wassereinlagerungen und Gasbildung begünstigen, die zu einem Blähbauch führen. Reduzieren Sie blähende Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Zwiebeln oder Kohl. Probiotische Lebensmittel können helfen, die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Unterstützend kann Bewegung helfen, die Verdauung anzuregen.

Ein älteres Paar kocht gemeinsam

Was hilft bei Durchfall in den Wechseljahren?

Gönnen Sie sich Ruhe und trinken Sie genügend, um einem Flüssigkeitsmangel vorzubeugen. Eine Wärmflasche wirkt angenehm und beruhigend auf den Darm. Nehmen Sie ein paar Tage lang Schonkost zu sich, wie eine leichte, pürierte Möhrensuppe, Haferbrei mit einem geriebenen Apfel oder Zwieback.

Was hilft gegen Verstopfung während der Periode – und in den Wechseljahren?

Um das Stuhlgewicht zu erhöhen und den Darminhalt weich zu halten, sollten Sie ausreichend Ballaststoffe essen und genug Flüssigkeit zu sich nehmen. Balaststoffe sind vor allem in Gemüse, Obst, Trockenfrüchten, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten zu finden.

Milchsäurehaltige Lebensmittel wie Sauerkraut und Sauermilchprodukte helfen, die Darmbewegung anzuregen. Probiotische Milchprodukte entfalten ebenfalls einen positiven Effekt auf die Verdauung. Leichte Bewegung an der frischen Luft, wie ein kurzer Verdauungsspaziergang nach dem Essen, helfen Ihrem Darm bei der Arbeit.

Blähende Lebensmittel wie Linsen und Bohnen

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